Die Regel bleibt aus
Die Regel bleibt aus
Das Ausbleiben der Regelblutung allein muss noch nicht unbedingt heißen, dass du schwanger bist. Es kann mehrere Ursachen dafür geben:
- Du bist noch sehr jung, und deine Blutung kommt noch nicht regelmäßig jedes Monat. In den ersten Jahren ist es ganz normal, dass die Regelblutung in unregelmäßigen Abständen auftritt. Bei den meisten Frauen pendelt sich in der Folge ein halbwegs regelmäßiger Zyklus ein, manche Frauen haben aber auch ihr ganzes fruchtbares Leben lang unregelmäßige Zyklen, und auch das ist ganz normal.
- Nicht alle Zyklen sind gleich lang – es kann bei jeder Frau manchmal vorkommen, dass die Regel später auftritt als normalerweise. Manchmal treten Unregelmäßigkeiten in der Hormonproduktion auf.
- Stress, Aufregung und Klimawechsel können einen Einfluss auf deinen Zyklus haben – die Regel (und der Eisprung) kann sich verschieben (z.B. vor wichtigen Prüfungen, nach Todesfällen, in Beziehungskrisen, bei Fernreisen oder wenn du Angst hast, schwanger zu sein und schon besonders dringend auf die Regelblutung wartest).
- Du könntest schwanger sein. Wenn du schnell Gewissheit haben willst, mache einen Schwangerschaftstest; frage in der Apotheke genau nach, ab welchem Zeitpunkt das Testergebnis verlässlich ist. Ein Test kann frühestens zehn Tage nach dem Geschlechtsverkehr eine mögliche Schwangerschaft anzeigen.
Wenn du wirklich schwanger bist, dann musst du so rasch wie möglich eine Frauenärztin/einen Frauenarzt aufsuchen. Die Ärztin/der Arzt kann dir durch eine Ultraschalluntersuchung sagen seit wann deine Schwangerschaft besteht. Diese Information ist für dich äußerst wichtig, da du dadurch weißt wie viel Zeit du hast, um eine Entscheidung für oder gegen
diese Schwangerschaft zu treffen. Auch wenn du sehr rasch zu wissen glaubst welche Entscheidung für dich gut ist, so solltest du Zeit haben, um eine bewusste Entscheidung zu treffen – schließlich musst du mit dieser Entscheidung dann dein Leben lang zufrieden sein.
Schwangerschaft erkennen
Ein Anzeichen einer Schwangerschaft ist das Ausbleiben der Regelblutung – oder sie kann wesentlich schwächer sein als normalerweise. Oft spannt die Brust, tut weh, vergrößert sich. Manche Mädchen spüren ein Ziehen im Unterbauch, manchen ist schlecht, manche haben plötzlich eine starke Abneigung gegen Gerüche (z.B. Wurst, Fleisch, Kaffee). Schon allein deine Angst vor einer Schwangerschaft kann dich diese Anzeichen spüren lassen.
Verschaffe dir daher schnell Sicherheit, indem du
- einen Schwangerschaftstest machst (den gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke)
- eine Frauenärztin aufsuchst und eventuell eine Ultraschalluntersuchung durchführen lässt.
Was kann ich tun?
Wenn du schwanger bist, kannst du dir Rat und Unterstützung bei vielen Leuten holen. Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen oder nicht, liegt aber immer bei dir. Einen allgemeinen Ratschlag, was im Fall einer ungewollten Schwangerschaft zu tun ist, gibt es nicht.
Die Frage, ein Kind auszutragen oder nicht, ist für dein weiteres Leben von entscheidender Bedeutung. Nimm dir für diese Entscheidung Zeit, um für dich das Richtige zu finden.
Hole dir sobald wie möglich Hilfe und Unterstützung in einer Beratungsstelle oder von einer Person, der du vertraust.
Auf der Homepage der Familienberatungsstellen findest du Stellen, die dich bei deiner Entscheidung gut begleiten können.
"Meine Eltern würden mich sofort raushaun, sie haben mir gesagt, dass sie das tun, wenn ich ein Kind heimbringe ..."
Mit großer Sicherheit werden dich aber auch deine Eltern unterstützen, selbst wenn dir das im ersten Moment unvorstellbar erscheint.
Vielleicht kannst du dir vorstellen, zuerst mal mit einem Elternteil zu reden – und zwar mit dem Elternteil, mit dem du im Moment besser klarkommst. Die Erfahrung mit Eltern von schwangeren Jugendlichen hat gezeigt, dass vor allem Mütter in der konkreten Situation viel besser reagieren, als die eigenen Kinder das erwartet haben. Sie verstehen sehr schnell, dass „Feuer am Dach“ ist und ihre Unterstützung gerade jetzt gebraucht wird. Auch wenn du es vielleicht nicht glaubst – fast jede Frau, mit großer Wahrscheinlichkeit auch deine Mutter, war schon einmal in so einer Situation, in der sie damit rechnen musste, schwanger zu sein, obwohl es nicht geplant war.
Egal wo du dir Unterstützung und Hilfe holst – wenn du das Gefühl hast, dass deinem Problem nicht die angemessene Aufmerksamkeit geschenkt wird oder jemand versucht, dich in eine von dir nicht gewünschte Richtung zu drängen, so verliere keine Zeit mit solchen Auseinandersetzungen. Wende dich an eine Beratungsstelle für Jugendliche oder an eine Ärztin, die dir die gewünschte Unterstützung gibt.
Meine Freundin glaubt schwanger zu sein
Es ist völlig verständlich, dass deine Gefühle in dieser Situation extrem sein können: Panik, Schluss machen, abhauen wollen, niemandem etwas zu sagen, hoffen, dass alles nur ein böser Traum ist. Egal ob du mit deiner Freundin zusammenbleibst oder nicht – eine Schwangerschaft hat Auswirkungen auf dein weiteres Leben. Nur wenn du dich der Situation stellst, kannst du auch mitentscheiden.
Auch du kannst dir in dieser schwierigen Situation Unterstützung holen. Rede mit einer Person deines Vertrauens oder suche eine Beratungsstelle auf. Für die meisten Mädchen ist es ganz wichtig, mit ihrem Freund in dieser Situation über ihre Ängste zu reden, darüber sprechen zu können, was sie fühlen, was sie sich wünschen. Wenn du es schaffst, ihr zuzuhören, ihr das Gefühl zu geben, sie zu verstehen, zu mögen und zu ihr zu halten, hast du schon etwas ganz Wichtiges getan. Was du außerdem tun kannst, ist: zum Beispiel deine Freundin bestärken, sobald wie möglich einen Schwangerschaftstest zu machen und zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt zu gehen, damit ihr gegebenenfalls lange Zeit zum Überlegen habt, was ihr tun sollt. Oder zur gynäkologischen Untersuchung mitgehen. Besuche bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt machen vielen Mädchen Angst (vor allem, wenn sie das erste Mal dort sind) und schüchtern sie ein; sie trauen sich oft nicht alles zu fragen, was sie eigentlich wissen wollten oder vergessen in der Aufregung etwas Wichtiges. Du kannst deiner Freundin Sicherheit geben und darauf achten, dass ihr alle Informationen und Hilfen bekommt, die ihr haben wollt.
Und wenn alles nur „falscher Alarm“ war und deine Freundin gar nicht schwanger ist, kann das ein guter Zeitpunkt sein, dass ihr euch überlegt, was ihr an eurer Verhütung verändern könnt, um nicht nochmals in so eine Situation zu kommen.
Mutter werden unter 18
Wenn du dich dafür entscheidest die Schwangerschaft zu behalten, dann gibt es für dich vieles vorzubereiten, um die Zeit mit dem Baby dann auch wirklich bewältigen zu können. Das Geld, die Beziehung zu deinem Freund, dein Wohnort, die Beziehung zu deinen Eltern, die Frage wie und ob du deine Ausbildung fertig machen kannst sind nur wenige Aspekte, die es zu bedenken gibt. Vielen sehr jungen Frauen erscheinen all diese Fragen wie unbewältigbare Problemberge. Wenn du dich selbst ganz ohne Druck von außen für die Schwangerschaft
und für das Baby entschieden hast, dann wird es dir auch möglich sein, Lösungswege zu finden. Wichtig ist, dass du dich von Beginn der Schwangerschaft an von einer speziellen Beratungsstelle für junge werdende Mütter beraten und begleiten lässt. Du solltest auch mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen. Du bekommst dort nicht nur wertvolle Informationen, sondern kannst dadurch jene Sozialarbeiterin kennenlernen, die nach der Geburt deines Kindes für euch beide zuständig ist.


